Klappentext
Der neue Roman der Bestsellerautorin über die Chancen, die im Älterwerden liegen. Zwei Dinge hat Karl seiner Tochter Johanna hinterlassen: Den geliebten, verwilderten Garten - und eine tiefe Sorgenfalte auf der Stirn, die einfach nicht mehr weggehen will. Den Garten möchte Johanna behalten, aber die Sorgenfalte soll weg: Sie lässt das erste Mal in ihrem Leben 'etwas machen' und ist fasziniert, wie scheinbar einfach sich die Erschütterungen eines vierzigjährigen Lebens ausradieren lassen. Mit dem Verschwinden der Falte treten allerdings neue Fragen auf: Warum ist Johanna ihr Aussehen überhaupt so wichtig? Wie erklärt sie die Sache ihrer Tochter, der sie immer gepredigt hat, sich selbst bedingungslos schön zu finden? Und kann das Älterwerden für Johanna nicht auch eine große Freiheit bedeuten? 'Eine kluge Erzählerin und genaue Beobachterin.' NDR Kultur
Autor
EVA LOHMANN, Jahrgang 1981, ist die Stimme einer Generation zwischen traditionellen Erwartungen und radikaler Authentizität. Mit ihrem Roman Das leise Platzen unserer Träume beschrieb sie die Bruchstellen moderner Paarbeziehungen. In Wie du mich ansiehst lotete sie präzise unsere Vorstellung von Schönheit aus. Auch im neuen Roman Etwas Leichtes widmet sie sich einem hochaktuellen Thema: den gesellschaftlichen Erwartungen an die Lebensentwürfe von Frauen. Eva Lohmann hat eine Tochter und lebt und arbeitet in Hamburg.
Und was sagt die Buchhändlerin in Osthofen dazu?
Eva Lohmann ist in dem Alter der Protagonistin Johanna, hat genau wie diese eine Tochter – im Roman heißt sie Rosa und ist 15 Jahre alt. Es gibt auch eine Mutter, Betty, zu der sich der Kontakt erst nach dem Tod des Vaters wiederzubeleben scheint. Die Mutter war gegangen als Johanna im selben Alter war wie ihre eigene Tochter jetzt.
Johanna hat einen Blumenladen und eine Helferin – Ruby - ,die ihr unbewußt spiegelt, dass sie nicht mehr die Jüngste ist, nicht mehr so viel Energie und Ausstrahlung (auf Männer) hat wie früher, und das lässt sie unzufrieden werden. Allerdings ist es auch jene Ruby, die ihr zwischendurch immer wieder deutlich den Kopf zurechtrückt.
Der ganze Roman ist ausschließlich aus der Sicht der Protagonistin geschrieben, was ihn sehr authentisch macht, denn jeder schaut schließlich nur mit seinen eigenen Augen in die Welt. Sie bemerkt nicht, wie sie in ihrer Nabelschau und ihrer Vorstellung von Schönheit zu versinken droht – was dann am Ende glücklicherweise doch nicht passiert-, nicht zuletzt durch die Anwesenheit von Frauen aller Altersgruppen.
Der Gatte Hendrick scheint so etwas wie eine Idealfigur zu sein: Marinekapitän, klar strukturiert, Hausarbeit nicht scheuend, wenn er denn mal da ist, freundlich, verständnisvoll, liebevoll, treu, ein sorgender Vater und ein Ehemann, der seine Frau stützt, auch wenn er nicht immer nachvollziehen kann, was gerade in ihr vorgeht. So einen gibt es in Wirklichkeit nicht, möchte ich meinen.
Überhaupt kommen nur zwei Männergestalten konkret vor: der Vater und der Ehemann. Alle anderen nur in Form von Wesen, die Frauen abchecken auf ihre „fuckability“, ein wunderbares Wort, das Ruby prägt.
Fazit: eine nachvollziehbare Geschichte über eine Frau, die reift. Am Ende kann man davon ausgehen, dass sie glücklicher und freier weiterleben wird durch die Erfahrungen, die sie machen durfte. Lesenswert
Klappentext:
Jessica Berger Gross stammt ursprünglich aus New York, lebt aber inzwischen mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Teenageralter in Maine. In den USA ist sie mit zwei Memoirs bekannt geworden. Die Essays der Vassar-Absolventin sind im NEW YORK TIMES MAGAZINE, THE CUT, LONGREADS und vielen andere Publikationen erschienen. HAZEL SAGT NEIN ist ihr erster Roman.
Wenn ein Nein alles in Frage stellt - ein kraftvolles Debut mit Nachhall. In der Hoffnung auf ein ruhigeres Leben ziehen die Blums vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg, wo Vater Gus nach herausfordernden Jahren endlich eine Professur ergattert hat. Doch der idyllische Schein trügt. Gleich an ihrem ersten Schultag wird die 18jährige Hazel ins Büro des Direktors zitiert. Er verkündet ihr Unglaubliches: jedes Jahr sucht er sich eine andere Schülerin aus der Abschlussklasse aus, mit der er eine sexuelle Beziehung eingeht. Dieses Jahr ist sie die Auserwählte. Instinktiv sagt Hazel Nein - und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben ihrer Familie, aber auch die ganze Stadtgesellschaft auf den Kopf stellen. Mit feinem Humor und Gespür für Zwischentöne erzählt Jessica Berger Gross von Selbstbehauptung, gesellschaftlichen Dynamiken und dem Mut, für sich einzustehen.
Ein Roman, über den man sprechen möchte - und muss
so weit der Klappentext
und was sagt die Buchhändlerin in Osthofen dazu?
Die Autorin geht sofort Medias in Res; die Fakten sind klar, nun geht es um die Folgen von vier Buchstaben: NEIN. Hauptfigur Hazel – 18 Jahre alt – sagt dieses Wort in einer souveränen Weise übrigens, wie ich das kaum einer 18-Jährigen zutraue.
Die Dynamik der Kettenreaktion, die durch die Öffentlichmachung dieses "Nein" in Gang kommt, ist das Spannende: die Folgen für Hazel, jede einzelne Person ihrer Familie, die Schule, die Gemeinde, die Familie und nicht zuletzt den Verursacher des Problems, den alten weißen Mann namens Dick White (Nomen es Omen). Jeder kommt in den Genuss der Konsequenzen seines Handelns.
Die Perspektiven der Familienmitglieder erweitern den Blickwinkel, und wichtig ist, dass Hazel, die Weise, weiß, wann Schluss ist mit dem Ausschlachten des Hypes um ihr „Nein“. In dem Roman wird alles verwurstet, was gerade US-Amerika umtreibt. In Hashtags ausgedrückt:
#MeToo #ADHS #Antisemitismus #Social Media #Pubertät #alter weißer Mann #Familienzusammenhalt #NewYork #Maine #Biederkeit #Verlogenheit #College #Highschool #Karriere #Presse #Medien #Hollywood #Uni #Professoren #CancelCulture #Solidarität #Anstand #NPC(non playing character) #Entwurzelung #Verantwortung #Lebensträume #Feminismus #Selbstbehauptung #Studenten #Diversität #Nazis #Suspendierung #Ruin #Outing #viral #Sexismus #Gender studies #Afroamerikanistik #Amerikanistik #kreatives Schreiben #Stadtgesellschaft #wokeness #Talkshow #Film #Abstammung #Mayflower #Indianer #Scheidung #Hype #Machtstrukturen #Mobbing #mediales Ausschlachten #Vermarktung #struktureller Missbrauch #institutionelles Wegsehen #Karriere #Reichtum #Kleinstadtstrukturen #Coming-of-Age #Machtmissbrauch an Schutzbefohlenen #Patriarchat #Dynamik...
Die Namen der Protagonisten sind Programm, was für mein Empfinden fast schon satirische Züge hat:
Hazel – etymologisch: Nahrung, Natur, Weisheit, Fruchtbarkeit, Lebensenergie
ihr Bruder Wolf – Stärke, Klugheit, Mut und auch Humor
Vater Gus – Abkürzung von Augustus, der Erhabene, der Ehrwürdige
Mutter Claire – Klara von Assisi steht Pate, hell, klar, strahlend
Grace, die Tochter des Mr. White – Dankbarkeit, Liebenswürdigkeit, starke Intuition
Noah, Hazels Freund – gerechter Mann, der den Frieden bringt, Trost, Ruhe
Joy – die reine Freude
und nicht zuletzt Mr. White – der alte weiße Mann, der sich schuldig macht an jungen Mädchen und für unbesiegbar hält - und mit Vornamen heißt er auch noch „Dick“ (das tut schon fast weh!) Er bleibt als Täterfigur blass, was es einfacher macht, ihn als Machtmissbraucher stellvertretend für alle anderen zu typisieren.
Bißchen viel Message....
Ohne zuviel spoilern zu wollen: Hazel weiß, wann Schluss ist mit lustig, jeder bekommt was er verdient, das Leben geht weiter, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Und trotzdem hat dieser Roman etwas, sonst hätte ich ihn gar nicht bis zum Ende gelesen. Man kommt ins Nachdenken, und das kann niemals falsch sein.
Ein Wermutstropfen: Eine die Finessen der deutschen Sprache auskostende Übersetzung würde den Roman entschieden aufwerten!!!!!!!!!
Fazit: es schadet auf keinen Fall, das Buch zu lesen, im Gegenteil
Klappentext: Nach 'Trophäe' der neue Roman von
Gaea Schoeters - über die unausweichlichen globalen Fragen aus europäischer Perspektive
Elefanten mitten in der Großstadt, und es werden immer mehr. Was
geht hier vor? Rasch muss der Bundeskanzler erkennen, dass die Tiere nicht aus dem Zoo entkommen, sondern ein Geschenk des Präsidenten von Botswana sind. 20 000 Elefanten hat er nach Deutschland
geschickt, nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen und damit den armen Regionen Botswanas die Lebensgrundlage entzogen hat. 'Ihr Europäer wollt uns
vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einmal selbst versuchen ...' Gaea Schoeters nähert sich nach ihrem Sensationserfolg 'Trophäe' den existenziellen Themen des
globalen Zusammenlebens aus einer anderen Richtung - und mit blitzgescheitem Humor. Ein neues Lese- und Nachdenkvergnügen!
Gaea Schoeters, geboren 1976, ist eine flämische Autorin, Journalistin, Librettistin und Drehbuchautorin. 2012 hat sie den Großen Preis Jan Wauters für ihren kreativen Umgang mit Sprache gewonnen. Für 'Trophäe' wurde sie mit dem Literaturpreis Sabam for Culture ausgezeichnet. 2024 ist ihr Roman 'Trophäe' und 2025 'Das Geschenk', beides aus dem Niederländischen von Lisa Mensing, bei Zsolnay erschienen.
und was sagt die Buchhändlerin dazu? ein intelligentes und sehr unterhaltsames Buch, das gleichzeitig aktuelle politische Themen aufgreift und den Leser zum Schmunzeln bringt, eine Kombination aus Satire und Ernst. Empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich für die politischen und sozialen Dynamiken unserer Zeit interessieren. Ich habe es verschlungen und hoffe auf weitere Bücher dieser Autorin
Jule Wengenroth, Die Reise der verlorenen Worte
Klappentext: Ein Generationen-Roman über Zusammenhalt, Schuld und zweite Chancen und über die Macht der geschriebenen Worte Janne arbeitet in einer Poststation, und ihr Job ist es, unzustellbare Briefe zustellbar zu machen. Dabei taucht sie ein in das Leben anderer; sie fühlt mit Fremden mit, trauert um Verstorbene oder teilt das Leid an gebrochenem Herzen. Diese Schicksale sind für sie die einzigen Lichtblicke in dem haltlosen, einsamen Leben, das sie führt, seit sie sich mit ihrem Großvater August zerstritten hat. Doch eines Tages stellt ein Brief alles auf den Kopf: Janne lässt die Sicherheit der Poststation hinter sich, um nach vergeblicher Internetrecherche einen letzten Brief persönlich jener Person zu überbringen, für die er bestimmt ist. Denn an diesem Brief hängt nicht nur das Schicksal zweier Menschen, sondern auch Jannes eigenes ...
Und was sagt die Buchhändlerin dazu?
ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, fühlte mich gut unterhalten, würde es in die Kategorie "nett" einordnen, leicht zu lesen, es raubt einem aber auch nicht den Schlaf vor lauter Spannung.
Diese Buch ist zwar schon 2015 erschienen und ein Bestseller, trotzdem erwähne ich es hier, denn vielleicht haben es ja manche Menschen genau wie ich erst jetzt in die Finger bekommen.
Klappentext: Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist.
Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.
Und was sagt die Buchhändlerin dazu?
Don hat diesen einen Plan, und da er wohlorganisiert ist und alles plant was man nur planen kann, entwirft er einen Fragebogen, den jede Anwärterin erstmal ausfüllen muss, bevor sie überhaupt zu einem Date zugelassen werden kann.
Dass sowas schief geht, ist dem Leser sofort klar, Don selbst merkt es allerdings erst ganz langsam im Lauf der Geschichte. Die Damen, mit denen er sich trifft, sind von seiner seltsamen Art – er hat asperger autistische Züge – nicht erbaut. Er hält sich selbst für sozial inkompatibel und findet auch jedes Fettnäpfchen, in das man treten kann.
Die einzige Frau, die anders als alle anderen reagiert, heißt Rosie, und sie kommt nach seiner Liste als Partnerin absolut nicht in Frage.
Dons Monologe erinnern an den Stadtneurotiker (Woody Allen) und sind köstlich zu lesen. Das Ganze ist eine filmreife Liebeskomödie voller unvorhergesehener Wendungen, unglaublich unterhaltsam, klug, schräg und auch noch spannend. Und natürlich geht es gut aus. Sehr lesenswert
Klappentext: Wie gut können wir unsere Kinder jemals wirklich kennen? Und wie gut uns selbst?
Pia und Jakob sitzen im Klassenzimmer der 2B, ihnen gegenüber
die Lehrerin ihres Sohnes. Es habe einen Vorfall gegeben, mit einem Mädchen. Pia kann zunächst nicht glauben, was ihrem siebenjährigen Kind da vorgeworfen wird. Denn Luca ist ein guter Junge,
klug und sensibel. Doch während Jakob von Lucas Unschuld überzeugt ist, beginnt Pia zu zweifeln. Sie kennt die Abgründe, die auch in Kindern schlummern, das Misstrauen der anderen erinnert sie an
ihre eigene Kindheit. Sie lässt ihren Sohn nicht mehr aus den Augen und sieht einen Menschen, der ihr von Tag zu Tag fremder wird. Bei dem Versuch, ihre Familie zu schützen, wird Pia schließlich
mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Ein fesselndes psychologisches Drama über die Illusion einer heilen Kindheit.
und was sagt die Buchhändlerin dazu? es kommt immer anders als man denkt. Für mich war es eine Aufforderung, seine Kinder Kinder sein zu lassen, ihnen erstmal zu vertrauen und hinter ihnen zu stehen.
Dieses Buch ist ein Paukenschlag. Bestseller-Autor Joachim Bauer, Mediziner und Neurowissenschaftler, zeigt anhand jüngster Social Genomics Forschung: Der Mensch ist nicht nur durch seinen Geist, sondern auch durch seine Biologie ein auf Humanität - auf Menschlichkeit - ausgerichtetes Wesen. Unsere Gene sind keine Egoisten. Sie kommunizieren und kooperieren. Sie reagieren auf Umwelteinflüsse und auf unseren Lebensstil. Mehr noch: Eine aus freiem Entschluss gewählte innere Haltung, die auf ein sinngeleitetes, prosoziales Leben ausgerichtet ist, begünstigt Genaktivitäten, die unserer Gesundheit dienen. Wenn Menschen ihre sozialen Potenziale ausschöpfen und sich den Wunsch nach einem guten, sinnerfüllten Leben zu eigen machen, wird ihnen dies auch helfen, ihre Gesundheit zu schützen und ihre inneren Heilkräfte zu stärken. Es ergeben sich Antworten, wofür wir als Menschen bestimmt sind. Sie sind Ausgangspunkt für einen hoffnungsvollen Aufbruch
und was sagt die Buchhändlerin dazu? wissenschaftlich sehr fundiert, sehr gut zu lesen, kein Wort zu viel (aber auch keins zu wenig), ich war schon vor 20 Jahren bekennender Fan von Professor Bauer
Rushwa heißt Korruption. Aber das weiß der Eisenbahnexperte Paul Mansfeld noch nicht, als er von einer deutschen Consultingfirma überraschend einen lukrativen Auftrag für Tansania bekommt. Er soll ein Projekt leiten, das ein Konzept zur Rehabilitation der Bahnlinie vom Indischen Ozean zum Tanganjikasee erarbeitet. Nach Ankunft in Daressalam wird ihm klar, dass bei der Auftragsvergabe Bestechung im Spiel gewesen ist. Gleichzeitig erfährt er, dass die deutsche Staatsanwaltschaft gegen diese Firma wegen Korruption ermittelt. Seine Weigerung bei der Korruption mitzumachen, bringt ihn in immer größere Schwierigkeiten. Als er einen tansanischen Parlamentsabgeordneten kennen lernt, stellen sie gemeinsam Ermittlungen an. Dabei finden sie heraus, dass auch im Bau- und im Bergbausektor dubiose Geschäfte gemacht und über Konten in der Schweiz abgewickelt werden. In dieser Zeit lernt Paul Mansfeld die Hotelmanagerin Vivien Chimagu kennen, der er in der schwierigen Situation näher kommt. In diesem spannenden Wirtschaftskrimi geht es um Korruption in Ostafrika. Die Verbindungen reichen bis zu einer Bank am Genfer See. Ein Whistleblower deckt auf, dass dort Millionen Dollar aus Afrika versteckt sind. In der Story wird ein Stück deutscher Kolonialgeschichte lebendig. Denn bei dem Eisenbahnprojekt handelt es sich um die Strecke, die vor über hundert Jahren unter Deutscher Kolonialzeit von der Küste zum Tanganjikasee gebaut wurde. Tansania - ein "Löwenstaat" auf dem Sprung? In der Millionenstadt Daressalam am Indischen Ozean schießen die Hochhäuser in den Himmel. Immer mehr Autos verstopfen die Straßen. Tansania verfügt über reiche Vorkommen an Gold, Tanzanite, Diamanten und Erdgas, die ausländische Investoren ins Land locken. Ganz vorne weg die Chinesen. Es geht um Millionen und Milliarden Dollar. Die Banken boomen. Nach Jahrzehnten des Stillstands verzeichnet Tansania enorme Wachstumsraten, hat aber riesige Entwicklungsprobleme: Armut und Krankheit, größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, Magie und Hexenglaube. Doch Tansania ist eines der wenigen demokratischen Länder in Afrika. Tansania hat Touristen viel zu bieten: Safaris in die Tierparks, Nationalparks, Serengeti, Wildreservat Selous, Massais in der Steppe, Sansibar, Palmen, weiße Sandstrände am blauen Ozean, Mount Meru, Trekking am schneebedeckten Kilimanjaro. Der Roman ist eine spannende und zugleich lehrreiche Lektüre zur Wirtschaft, Kultur, Sprache und Politik Tansanias.
und was sagt die Buchhändlerin dazu? das Thema ist interessant, und wenn Sie an Fakten interessiert sind und es Ihnen nichts ausmacht, dass fast jeder Satz Subjekt - Prädikat- Objekt - Aufbau hat, können sie das gerne lesen. Ein literarischer Genuss ist es nicht direkt. Der Autor hat sicher viel erlebt und viel zu berichten, aber ein Romanschriftsteller ist er sicher NICHT. Auch als Selfpublisher sollte man doch vielleicht mal Lektoren drüberlesen lassen. Man hat den Eindruck, das hat nicht stattgefunden. Schade. Aber wie gesagt: das Thema ist nicht uninteressant.
Das Buch ist nicht brandneu, aber ich habe es gerade erst in die Finger bekommen.
Klappentext: Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater - in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femés. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen - etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute.
Und was sagt die Buchhändlerin dazu?
Es ist eine erstaunliche Geschichte über die zufällige Entdeckung eines Kindheitstraumas und dessen Auflösung. Spannend, ein bißchen erschreckend. Man fragt sich, was in einem selbst möglicherweise so schlummern könnte.
Sehr lesenswert, nicht allzu dick - also "alltagstauglich"
Und klar haben wir es im Laden...
"Die Weltgeschichte in zwölf Bohnen"
Das hätte der Hülsenfrucht niemand zugetraut!
Bohnen haben Revolutionen ausgelöst, den Aufstieg von Imperien ermöglicht, Freiheitskämpfe symbolisch begleitet, die Globalisierung befeuert und die Genetik begründet. Joël Broekaert schaut mit der Bohne in die Geschichte und entdeckt: Erbse und Linse haben so manches Mal die Menschheit gerettet. Und auch für eine nachhaltigere Zukunft lohnt es sich, auf diese Wunderpflanzen und Kraftpakete zu setzen. In dreizehn frisch zubereiteten Kapiteln steht dieses uralte und unterschätzte Gewächs endlich im Zentrum der Geschehnisse.
Joël Broekaert, geboren 1982 in Den Haag, ist Historiker und schreibt kulinarische Kolumnen und Restaurantkritiken u. a. für das NRC Handelsblad und Vrij Nederland. Er moderiert Radio- und Fernsehshows zum Thema Essen und ist Jurymitglied beim niederländischen Celebrity MasterChef. Seine Bücher stehen regelmäßig auf der niederländischen Bestsellerliste.
Mit Kapiteln wie "Die kleine Erbse und die neolithische Revolution", "Die Ackerbohne und die griechische Philosophie", "Die Sojabohne und das chinesische Kaiserreich" ... führt Broekaert uns fast durch die gesamte Geschichte der Menschheit, sehr interessant, sehr unterhaltsam und wirklich
lesenswert - findet die Buchhändlerin in Osthofen :-)
Audrey Magee, Die Kolonie
erschienen im Januar 2025
Audrey Magee ist in Irland geboren und lebt in Wicklow.
Das steht auf dem Cover:Ein Londoner Künstler und ein französischer Linguist landen im Sommer 1979 auf einer abgelegenen irischen Insel. Der Künstler ist angereist, um die zerklüfteten Klippen im Atlantik zu malen, der Linguist, um den Niedergang der irischen Sprache zu dokumentieren. Jeder der Männer will die unberührte Insel und seine Bewohner für sich alleine haben: Der eine, um sie in Ruhe zu malen und endlich ein besonderes Kunstwerk zu schaffen, der Andere, um eine Sprache zu retten, die gar nicht die seine ist. Die Spannung zwischen den beiden zieht im Laufe des Sommers Kreise über die gesamte Insel. Vor dem Hintergrund Nordirlandkonflikts, erzählt der Roman vom harten Leben der Inselbewohner und von ihren Träumen - die sie über die harschen Grenzen ihrer abgeschiedenen Realität hinausführen.
und was sagt die Buchhändlerin dazu? Es ist eines der besten Bücher dieses Jahres. Wie der Titel schon sagt, geht es um den Begriff der Kolonie, und zwar vom Kleinen bis zum Großen. Wo beginnt man zu kolonisieren? Erst wenn man das Land anderer für sich beansprucht? oder doch schon viel früher? Wenn man zum Beispiel Versprechen nicht einhält, die man den Einheimischen gegeben hat? Wenn man Einheimische für unterentwickelt hält?
Das Ganze spielt Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, als der Terrorismus in Nordirland auf einem Höhepunkt war: Kurze Blitzlichter zwischen den Kapiteln erinnern daran. Ganz nebenbei lernt man vieles über die irische Geschichte, die Sprache, die Lebensweise, die Kultur etc.
Und die Handlung ist umwerfend.
Ich würde so weit gehen zu sagen, dieses Buch sollte in Oberstufenklassen gelesen werden, und zwar in Deutsch ebenso wie in Geschichte. Das wäre mein Appell an die Lehrer!
Ich habe selten ein so fundiert geschriebenes und dabei unterhaltsames Buch gelesen. Bin restlos begeistert
Das Arroganz-Prinzip von Peter Modler ist eines der Bücher, von denen ich wünschte, ich hätte es vor dreißig Jahren schon gelesen.
Es geht darum, dass Frauen die Verbal- und Körperbotschaften von Männern sowie deren Revierverhalten deuten und mit gezielter "Arroganz" als effektivem Werkzeug parieren können. Wie das funktioniert, zeigt Peter Modler seit vielen Jahren in seinen Arroganz-Trainings für Frauen, in denen belastende Situationen aus dem Berufsleben nachgestellt und gelöst werden.
Mit gefiel daran, dass es sich nicht darum dreht, den Männern ihr Verhalten vorzuwerfen und es ihnen abzugewöhnen, sondern um Strategien, wie man als Frau ganz selbstverständlich damit umgeht. Sollte ein Mann mal reinschauen in das Buch, täte ihm das auch gut.... Andere Sichtweisen sollen ja den Horizont erweitern, habe ich gehört
Auf der Buchmesse entdeckt.... ein neues Buch über die Mundarten Rheinhessens - "Sprachlandschaften" nennt es der Autor. Da dachte ich mir, das muss jeder Rheinhesse haben, damit er seine Mitmenschen auch wirklich versteht. Also haben wir es hier für alle, die noch kein Weihnachtsgeschenk für Tante oder Onkel oder sonstwen haben
Moosflüstern
Joachim Beat Schmidt, 1981 geboren in Thusis in der Schweiz, ist ein isländisch-schweizerischer Journalist und Schriftsteller. 1997 lernte er Island auf einer Reise kennen, kam 2004 für ein Jahr dorthin, um herauszufinden, ob er die isländischen Winter aushielte. 2007 machte er Island zu seiner Wahlheimat und nahm auch die Staatsbürgerschaft an.
Dieses Buch habe ich zufällig entdeckt, habe es in einem Rutsch durchgelesen und bin restlos begeistert, nicht nur von der Sprache sondern auch vom Sujet. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man sich ärgert, dass es schon zu Ende ist... Ich bin also gespannt auf die anderen Romane von ihm.
Auf dem Klappentext steht folgendes: Im Juni 1949 brachte der Dampfer "Esja" rund 200 Frauen aus Deutschland nach Island, wo sie sich als Dienstmädchen auf Bauernhöfen verdingten. Darunter war auch Heinrich Liebers Mutter, von der er immer geglaubt hatte, sie sei nach seiner Geburt gestorben. 40 Jahre später ist Heinrich Bauingenieur, verheiratet, doch sein Leben gerät auf einmal aus den Fugen. Der sonst so korrekte Mann fasst einen überstürzten Entschluss und reist nach Island, wo er sich auf die Suche nach seiner Herkunft macht.
Unbedingt lesen!
Der schlauste Mann der Welt
Andreas Eschbach – Baujahr 1959 – hat viel geschrieben, und viel Gutes. Ich kam per Zufall an dieses Buch und habe es verschlungen und genossen. Es geht um einen Mann, der – wie auch immer, das erfahren Sie früh genug – zu Geld gekommen ist und sich entschlossen hat, sein ganzes Leben lang nur dem Luxus und Müßiggang zu frönen bis sein Geld aufgebraucht wäre, denn so sei er am umweltverträglichsten, meint er, und am freiesten.
Sehr schlau.... ob das ganz so klappt, müssen Sie selbst lesend erfahren. Wenn ich hier auch nur irgendwas aus der Handlung verrate, ist die Spannung weg, und das wollen wir doch nicht.
Wunderbare Lektüre, die man kaum aus der Hand legen kann. Unbedingt zu empfehlen, finde ich – aber jeder hat ja so seinen eigenen Geschmack.
Wir haben das Buch jedenfalls da... Kommen Sie einfach vorbei
ganz altmodisch: eine Hörbuch-CD
Während des langen Lockdowns war mir irgendwann fad, und ich hatte plötzlich die Idee, mir mal Weihnachten kritisch vorzunehmen, und zwar anhand des Christmas Carol von Dickens. Je tiefer ich in die Materie eintauchte desto spannender wurde das Thema, und Fazit ist: Dickens hat Weihnachten erfunden so wie wir es heute feiern..
aber hören Sie selbst.
Achtung: das Ganze ist in pfälzischem Dialekt gesprochen!
Die CD gibt es ausschließlich hier :-)
nicht im Internet und schon gar nicht bei amazon!!
Die alte Bibel einer armenischen Familie an der Schwarzmeerküste
ist das Einzige, was den Geschwistern Anahid und Hrant auf ihrer Flucht bleibt. Hundert Jahre später in Jerewan wird der Restauratorin Helen eine Bibel anvertraut. »Hrant will nicht aufwachen«,
hat jemand an den Rand einer Seite gekritzelt. Helen taucht ein in die Rätsel des alten Buches, in das moderne Armenien und verliebt sich in einen Mann. Sie wird erschüttert von Geschichte und
Gegenwart, und sie bricht auf zu einer Reise an die Schwarzmeerküste und zur anderen Seite des Ararat.
Katerina Poladjans Roman »Hier sind Löwen« ist eine
Liebeserklärung an Armenien und die Kunst der Buchrestauration - klug, dezent und mit leisem Humor.
Katerina Poladjan wurde in Moskau geboren, wuchs in Rom und Wien auf und lebt in Deutschland. Sie schreibt Theatertexte und Essays, auf ihr Prosadebüt »In einer Nacht, woanders« folgte »Vielleicht Marseille« und gemeinsam mit Henning Fritsch schrieb sie den literarischen Reisebericht »Hinter Sibirien«. Sie war für den Alfred-Döblin-Preis nominiert wie auch für den European Prize of Literature und nahm 2015 bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil. Für »Hier sind Löwen« erhielt sie Stipendien des Deutschen Literaturfonds, des Berliner Senats und von der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. 2021 wurde sie mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Mit »Zukunftsmusik« stand Katerina Poladjan auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 und wurde mit dem Rheingau Literatur Preis 2022 ausgezeichnet.
Und was sagt die Buchhändlerin in Osthofen dazu?
Ich habe das Buch verschlungen, sozusagen auf einen Sitz. Große Erzählkunst, nie langweilig, einfühlsam, spannend, informativ nebenbei, unbedingt zu empfehlen.
Es wäre hilfreich, ein bißchen was zu wissen über den Genozid an den Armeniern im Jahr 1915. Ein wirklich erschütterndes Buch hierzu ist nach wie vor Werfels "Die 40 Tage des Musa Dagh"
Seine Bücher kennt jeder. Man kann sie fast nicht nicht kennen, wenn man im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen ist. Wer nun wissen möchte, was es mit Otfried Preußler auf sich hat, wie er lebte und wirkte, dem sei diese Biografie angeraten. 1923 in Nordböhmen geboren, im 2. Weltkrieg lange in russischer Kriegsgefangenschaft, danach heimatvertrieben, Vater dreier Töchter, passionierter Lehrer..... lesen Sie selbst.
Auf die Frage, für wen er schreibe, pflegte er zu antworten: "Im Grunde schreibe ich jedes meiner Kinderbücher auch für einen Erwachsenen mit, nämlich für mich selbst"
Zur Auffrischung: Preußler ist der Verfasser von "Die kleine Hexe", "Der Räuber Hotzenplotz", "Der kleine Wassermann", "Krabat" und vielen anderen (Kinder)büchern.
All diese Bücher gibt es natürlich hier in der Buchhandlung....
Frau Komachi - eine Bibliothekarin, weise, wortkarg und ständig irgend etwas filzend, empfiehlt Bücher je nach Seelenlage des Kunden, und zwar ungebeten. "Wonach suchen Sie?" fragt sie jeden, gibt ihm die Bücher, nach denen gefragt wird und immer noch eines dazu, das die Fragenden auf wundersame Weise weiterbringt.
Sehr nett zu lesen, sehr einleuchtend und logisch. Ein Mutmachbuch aus Japan mit philosophischen Erkenntnissen für den Alltag eines Jeden. Letztlich hilft sie den Bibliotheksbesuchern, ihre aktuellen Lebenskrisen zu meistern. Denn Frau Komachi weiß, dass Bücher magische Kräfte haben und eine verlässliche Quelle der Inspiration sind.
Drei Kinder und ein schönes
Haus. Die 37-jährige Ruth ist mit einem wohlhabenden Zahnarzt verheiratet, rutscht aber immer mehr in eine Depression ab. Als ihre Tochter ein Kind erwartet, will sie sie vor den Gefahren einer
zu früh geschlossenen Ehe retten.
In „Bevor der
letzte Zug fährt“ wirft Penelope Mortimer (1918-1999) einen schonungslosen Blick auf Ehe und Familienleben in den Landhäusern der britischen upper
class in den 1950er Jahren. Am Beispiel der
Abtreibungsfrage zeigt sie darüber hinaus, welche engen Fesseln weibliche Lebensentwürfe beschränken.
Penelope Mortimer weiß aus eigener Erfahrung, wie es in den großzügigen Landhäusern Englands in den 50er Jahren zugeht, denn mit knapp vierzig Jahren war sie sechsfache Mutter und mit dem Autor und Rechtsanwalt John Mortimer verheiratet. Daher schrieb sie mit Vorliebe über das Milieu der britischen upper class. Mit einer Mischung aus Schrecken und Faszination schaut man in "Bevor der letzte Zug fährt" der 37-jährigen Ruth dabei zu, wie sie langsam in eine Depression abrutscht.
Ihr Zahnarztgatte Rex verbringt seine Arbeitswochen in London und bemerkt das Gefühl der Sinnlosigkeit nicht, das seine finanziell gut ausgestattete aber einsame Ehefrau zunehmend besetzt. Frühe Schwangerschaft, lieblose Ehe - Ruth kann sich inzwischen auch nicht mehr mit den drei Kindern trösten, denn die sind flügge. So ist sie gefangen in Haushaltsroutinen und Ehe. Als Ruth erfährt, dass ihre Tochter ungewollt schwanger ist, will sie eine Wiederholung ihres eigenen Schicksals verhindern. Der Roman erschien 1958, also 10 Jahre bevor Abtreibungen in England legalisiert wurden. Teenager-Tochter Angela will nicht in die Falle tappen, in der ihre Mutter seit Jahren festsitzt....
Penelope Mortimer räumt mit den trügerischen Ehe- und Familienbildern auf, denn nicht nur im Roman finden hinter den Landhausmauern erbitterte Gefechte statt. Doch die Fassade muss stets intakt bleiben, und das erfordert hohe Wachsamkeit bei jeder Kommunikation mit dem Umfeld. Der Smalltalk mit den Nachbarinnen ist ein Balanceakt, denn die freundschaftlich verbundenen Ehefrauen neigen zur Boshaftigkeit. Neben bissigen Dialogen und bildkräftigen Milieuschilderungen erfreut herrliche Situationskomik.
Penelope Mortimers schonungslose Beschreibung weiblichen Lebens in der britischen oberen Mittelschicht der 50er Jahre überraschte die Kritik. Erstaunlich fand man das Ausmaß an weiblicher Wut, das immer wieder spürbar wird. Die Autorin ist eine blendende Stilistin und schreibt hoch unterhaltsam über Alltagsthemen, die unser Leben bis heute bestimmen.
Sehr empfehlenswert
Am Anfang war das Geld! Wie Hernan Diaz ein Familiendrama als großen amerikanischen Mythos erzählt!
Was Sie nachfolgend über das Buch lesen stammt hierher:https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/sendung/druckfrisch-hernan-diaz-102.html
Unendlicher Reichtum! Paläste in New York! Hauskonzerte! Sanatorien in der Schweiz! Und ein bisschen Morphium dann und wann. Daraus bestehen ja seit alter Zeit die großen Geschichten. Und wenn Hernan Diaz seinen neuen Roman "Treue" beginnt, sieht es auch für einen Moment so aus, als wolle er diese Erzählung eben genau wie einst Thomas Mann oder Balzac aufziehen. Da lesen wir also staunend vom immens reichen, menschenscheuen Börsenspekulanten Benjamin Rask, der in Wirklichkeit Andrew Bevel ist, erforscht von einer Ida Partenza, aber gemacht von seiner Frau Mildred: Denn hinter jedem großem Mann steht eine kluge Frau – auch wenn es hier etwas dauert, bis wir das verstanden haben.
"Die Verrenkungen des Geldes faszinierten ihn immer mehr – es ließ sich so im Kreis biegen, dass man es mit seinem eigenen Körper mästen konnte. Die isolierte, selbstgenügsame Natur der Spekulation entsprach Benjamins Charakter, war für ihn Quell des Staunens und allein Zweck genug, ungeachtet all dessen, was seine Einkünfte bedeuteten oder ihm ermöglichten. Jeglicher Luxus war eine vulgäre Bürde."
Geld ist reine Fiktion, wie wir alle wissen. Ein Roman über Geld wäre somit Fiktion über Fiktion: Er kann also nichts anderes sein als die reine Wahrheit. Und so ist Hernan Diaz' raffiniert konstruiertes, sprachmächtig erzähltes Buch nicht nur die verblüffende Geschichte einer Emanzipation, sondern der höchst anschauliche Beweis, wie Erfindung auf die Realität zurückwirkt.
Der Kapitalismus, lernen wir, ist am Ende. Aber die Literatur lebt.
Hernan Diaz, geboren 1973 in Argentinien, wuchs in Schweden auf und lebt jetzt in New York. Schon mit seinem ersten Roman "In der Ferne" war er für den Pulitzer Preis nominiert.
Und was sagt die Buchhändlerin aus Osthofen dazu? Ich habe das Buch regelrecht inhaliert. 411 Seiten in drei Tagen. Das schafft nur die beste Lektüre. Den Übersetzer sollte man unbedingt erwähnen - Hannes Meyer - , denn ohne seine Kompetenz wäre das Deutsch nicht halb so elegant ausgefallen.
Ein tolles Buch! Unbedingt lesen!!!!!!
Dieses Buch ist für Rheinhessen interessant, denn in seinem gerade erst erschienenen Buch erzählt der österreichische Schriftsteller Clemens Setz von Peter Bender. Dieser Petera Bender wurde 1893 in Bechtheim geboren, war einUtopist, Relitionsgründer und Nerd, der der Überzeugung war, die Menschheit würde nicht auf der Erdkugel sondern auf der Innenseite der Erdschale leben. Nach dem Abitur in Worms meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und wurde Fliegerleutnant. 1917 heiratete er Charlotte Asch, die Tochter eines jüdischen Apothekers, und das Paar zog nach Worms. 1918 wurde er Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats, 1919 gründete er mit der "Wormser Menschengemeinde" eine Religionsgemeinschaft. Er engagierte sich für die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells, schrieb für die Wormser Volkszeitung und erstellte Horoskope. Mit seinen Ideen ließ sich kein Geld verdienen, Statt dessen landete er mehrfch in Nervenheilanstalten und Gefängnissen. Das Geld verdiente seine Frau als Maklerin und Sprachlehrerin. Mit "Monde vor der Landung" bekommt der exzentrische Bender ein verrücktes literarisches Denkmal.
Der SWR2 hat das Buch am 13.2.23 morgens um 6 Uhr folgendermaßen besprochen: Clemens Setz stellt das Weltbild von Peter Bender in den Mittelpunkt. Das ist ziemlich krude. Peter Bender glaubt, dass die Erde eine Kugel ist, in der wir leben. Ja, Sie haben richtig gehört: IN der wir leben. Die Erde hat danach 12.000 Kilometer Durchmesser, wie in echt, aber sie ist hohl wie ein Ei.
In der Mitte schweben ein Feuerball und ein paar Leuchtkörper als Sterne. Was wir als Himmel bezeichnen über uns – das ist das Wasser des Pazifiks. Die Hohlwelt oder Innenwelt-Theorie hat sich
eine Koresh Sekte vor mehr als 100 Jahren in Amerika ausgedacht. Sie ist wenig belastbar und nicht sehr verbreitet. Peter Bender störte sich nicht daran, dass er als Pilot einen recht guten Blick
auf die Erdkrümmung hatte.Die Entdeckung der Theorie erzählt Clemens Setz als einen Moment, in dem der Pilot Peter Bender im Ersten Weltkrieg einen schwer verwundeten Kameraden unterhalten muss,
damit der nicht einschläft, denn der Schlaf würde seinen Tod bedeuten. Der Anblick des kranken Kameraden
rührte ihn, aber sein Kopf blieb vollkommen leer. „Also“, begann er, „pfffft, ja, also ... Also, das von den Monden hab ich dir ja schon erzählt, nicht? ….“ Sonnleithner brummte
zustimmend.
„Und, ja ...“, sagte Bender.
Was konnte man aus diesem Bild
noch herausholen, sodass Sonnleithner davon irgendwie beruhigt wurde? … Die Lösung kam nach einigen Augenblicken und verblüffte Bender so sehr, dass er eine Weile selbst mit offenem Mund
dasaß.
„Und das Lustige ist“, sagte er, „wir selbst sind natürlich auch in einem Mond, ja? Das heißt, das ganze Universum ist einer ... Wir sind innen, nicht außen. Verstehst du?“
Sonnleithner sagte nichts."
Die Darstellung von Peter Bender ist teilweise dokumentarisch, sogar faksimilierte Briefe sind abgedruckt. Sprachbilder, die den Lyriker verraten, wie die aus dem Himmel gesaugten Vogelschwärme, sind seltene Inseln im Buch. Es dominieren realistisch personal erzählte Szenen, fast chronikhaft erzählt, und immer wieder die Annäherungen an die krude Gedankenwelt.Man spürt: Setz war fasziniert von seinem Helden. Er hat viel recherchiert, das Thema war ihm wichtig, sein Herz schlägt für die Nerds, wie er beim Büchner-Preis ausgeführt hat. Und da sind die 20er Jahre eine Fundgrube.
Es waren viele schräge Vögel unterwegs, vor ein paar Jahren gab es gleich mehrere Bücher über August Engelhardt, der glaubte, man müsste zur endgültigen Rettung der Menschheit nur genug Kokosnussplantagen anlegen. Es gibt für diese Sorte pseudoreligiös erweckter Männer den Begriff der Inflationsheiligen, kann man googlen, ist wirklich interessant. Die Inflation ist dabei wichtig – denn kurz nach dem Ende der Kaiserzeit ging mit dem Glauben an die Wirklichkeit des Geldes viel verloren. Das Geld lag unbelebt da, aber zugleich würmelte und vibrierte in ihm die Welt ringsum, ja, der gesamte Wirtschaftsraum krümmte sich in ihm sozusagen unter Schmerzen; es war seine Empfangsantenne. Wenn man dicht danebenstand, konnte man die Geldbündel sogar rauschen hören. Der Wert floss aus ihnen.
Dieser Wert des Geldes wird durch den Glauben an alles Mögliche ersetzt. Peter Bender ist vergleichsweise harmlos. Er baut sich mit der Hohlwelttheorie eine Welt im Glas, und er weiß nicht, ob sie für Geborgenheit oder Gefangenschaft steht.
Eines Abends stülpt Bender ein Trinkglas über eine Spinne, die er neben seiner Schlafstätte auf dem Boden entdeckt hat. Er lässt das Glas ganze drei Tage so stehen und stellt am Ende fest, dass die Spinne immer noch lebt und unermüdlich daran arbeitet, das Rätsel dieses über sie verhängten Raumzaubers zu lösen.
„Monde vor der Landung“ erzählt, wie die Fantasie mit einer grotesken Gegenwart zurechtzukommen versucht. Und natürlich auch, wie die Gegenwart mit einer grotesken Phantasie umgeht. Man kann Bender deshalb mit Don Quichottes Glauben an die Existenz der Ritterwelt vergleichen.
Was Clemens Setz aus diesem Kauz macht, ist allerdings sehr viel mehr als nur ein Schelmenroman oder ein verkorkster Bildungsroman oder so etwas – es ist ein als Fantasy-Kulisse verkleideter Alptraum, eine klaustrophobische Geistestragödie.
Sagen wir es mal so: Es gibt ja den berühmten Satz, dass Freiheit immer die Freiheit des Andersdenkenden sei. Die dafür notwendige Liberalität beanspruchen Clemens Setz und genauso sein Held. Der Büchner-Preisträger Clemens Setz beschreibt in „Monde vor der Landung“ eine Überlebensstrategie im Wahnsinn der Zeit.
Lehdies en Tschennelmen, wellkomm on board. Sie fahren Bahn, Sie wissen bescheid
Miguel Fernandez zeigt in über 200 Cartoons: Egal ob man reist, pendelt oder bei der Bahn arbeitet - es ist nicht immer einfach, aber oft einfach komisch.
die Buchhändlerin in Osthofen empfiehlt diesen Band als Überlebenshilfe, wenn man mal wieder irgendwo steckenbleibt und nicht weiß, wie man jetzt heimkommen soll
Arto Paasilinna - ein typischer Vertreter trockenen finnischen Humors - hat mit der "Giftköchin" ein vergnügliches Mordserlebnis geschaffen. Zwar ist das Thema ernst, aber die Problemlösung scheint logisch. Man würde es eventuell genauso machen, wäre man in der Situation der Heldin, einer alten Dame, die von ihrem leicht missratenen Neffen tyrannisiert und mit dem Tode bedroht wird. Sie wehrt sich mit Erfolg, untertützt von diversen Zufällen, und am Ende ist man überzeugt, dass es doch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit gibt.
So um Mitte 40 träumt der Normalbürger gern vom Aussteigen, pfeift auf Karriere, will sich verwirklichen und kündigt seinen Job.
So auch Fabian. Er schreibt nun. Aber irgendwie kommen seine Werke nicht an den Mann. "Ich habe einen IQ von 142, bin aber blöd wie Brot und vollkommen lebensuntauglich. Das muss mir erstmal einer nachmachen. Aber wie sagte schon Einstein? "Intelligenz zeigt sich am Ergebnis" Dem kann ich nichts hinzufügen."
Was steht auf dem Klappentext?
"Mein Leben besteht aus einer Kette von Geschmacklosigkeiten, die niemandem auf dieser Welt je genutzt haben. Wäre es ein Film, würde ich dem Typen vorn an der Kasse eine aufs Maul geben" So lautet die Lebensbilanz des Mittvierzigers Fabian.
Doch der ehemalige Manager gibt nicht auf. Er will seinem Leben einen Sinn verleihen, beschließt, Schriftsteller zu werden. Ein Humorist von Weltrang, fleischgewordener literarischer Anspruch, das Opium Marc-Uwe Klings, die Muse Harald Schmidts und der rechtmäßige Thronfolger Loriots.
Der Rest der Welt sieht das anders. Jahrelang interessiert es niemanden, was Fabian schreibt, und so taumelt er hilflos zwischen tiefster Hoffnungslosigkeit und alkoholgeschwängertem Größenwahn.
Talentfrei oder verkanntes Genie? Fabian weiß nicht, was er falsch macht. Seine Freundin Hilde, eine Krankenschwester, die nebenberuflich vierundzwanzig Liebesromane veröffentlicht hat und diese außerordentlich gut verkauft, weiß es dafür umso besser. Aber Fabians Ego pfeift auf die Ratschläge einer Kitschromanautorin. Hildes Geduld pfeift ebenfalls - und zwar sehr bald auf dem letzten Loch."
und was sagt die Buchhändlerin aus Osthofen? witzig, spritzig, nah an der Wahrheit für so manchen Egotrippler (nein, das ist kein Druckfehler!), für den die Welt nicht das an Ruhm bereitstellt, was er für angemessen hielte. Nix klappt, alles ist gegen ihn, und die Welt ist schuld. Dotheno heißt Fabian mit Nachnamen... Do-the-no... Ich lach mich schlapp
Für Freunde der Dialektforschung und Pfalzfreunde und Geschichtsfreunde und Menschenfreunde.
Das Buch passt zum gleichnamigen Film, den anzuschauen ich wärmstens empfehle, auch und gerade für die Youngsters. Dr. Michael Werner verführt tatsächlich zu einer Reise nach driwwe....
.....das Buch gibt es natürlich hier
Für Wanderfreunde gibt´s was ganz Neues: das neue Pfälzer Hüttenquartett. Man kann damit spielen, es in die Tasche stecken und wandern nach der beiliegenden Wanderkarte.
gibt´s hier natürlich, wo auch sonst...
Arto Paasilinna wurde im lappländischen Kittilä geboren und war einer der populärsten zeitgenössischen Schriftsteller Finnlands. Seine Schilderungen finnischer Männer und deren unverwüstlicher Einstellung zum Leben und zum Tod haben einen festen Platz im Kanon der finnischen Literatur.
"Mein Tod kam für mich völlig überraschend" So kann es gehen, wenn "Mann" beim Überqueren einer Straße allzu intensiv einer jungen Frau hinterherschaut und von einem Auto erfasst wird. Doch überraschender ist es für den soeben verstorbenen Journalisten, dass er fortan als Geist über den Dingen schweben und andere Tote treffen kann. Doch Vorsicht: Kein Geist lebt ewig, und Dummheiten bleiben nie ohne Folgen... so steht es auf dem Klappentext
Gerade gibt es eine Sonderausgabe mit Audiofassung auf CD, gelesen von Jürgen von der Lippe
und was sagt die Buchhändlerin in Osthofen?: trockener Humor, schnörkellos, phantasievoll, super gelesen von Jürgen von der Lippe (für die Freunde des Hörbuches), selbst lesen macht auch Laune. Paasilinna springt von der Beobachtung der noch Lebenden zur Gesellschaft der Verblichenen und deren Gepflogenheiten. Unterhaltsam und doch tiefgründig. Was will man mehr?
Bandi: Denunziation. Erzählungen aus Nordkorea
Die erste unzensierte Stimme aus Nordkorea. Er setzte sein Leben aufs Spiel, als er sein Manuskript aus dem Land schmuggeln ließ. Eindrücklich erzählt Bandi aus dem wohl verschlossensten Land der Welt: von den Menschen, deren Leben von den strengen Regeln der Diktatur bestimmt wird, und von ihrem Ringen nach Freiheit.
"Bandi" ist ein Pseudonym und bedeutet soviel wie "Glühwürmchen". Er wurde 1950 geboren. Während des Koreakrieges flüchteten seine Eltern nach China, wo er seine Kindheit verbrachte bis die Familie nach Nordkorea zurückkehrte. Dort ist Bandi heute Mitglied des Zentralkommitees der Schriftstellervereinigung von Chosun.
"Einfach im Ton und genau mit den Details, wirken diese Erzählungen wie Fensterbilder in ein Land, von dem man kaum etwas weiß" (Deutschlandfunk)
Und was sagt die Buchhändlerin in Osthofen?
erschütternd, lesenswert, eine Kampfansage an alle Blockwarte dieser Welt
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